WINTERGARTEN
MINIMALFENSTER
TERRASSENWELT

Glossar - Geschichte des Wintergartens Teil 2

Mit solchen architektonischen Meisterwerken standen plötzlich nicht nur die Pflanzen im Mittelpunkt sondern man entdeckte auch für den Menschen einen zusätzlichen Lebensraum. Es war die Blütezeit des "Grünen Salons". Die früheren Wintergärten dienten so wie heute bereits als Erweiterung des Wohnraumes im Anschluss an eine Bibliothek, ein Billardzimmer oder ein Esszimmer. Der Wintergarten galt als Ort der Begegnung, als Ort exotischer Pflanzen und zur Überwindung des Klimas. Es wurden auch damals schon Glastempel gebaut, die mit Restaurantbetrieben gekoppelt waren.

Nach diesem Höhenflug des Wintergartens kam Mitte des 19. Jhdts der totale Niedergang der Gewächshaus- und Wintergartenarchitektur. Das Interesse am individuellen Anbau von Pflanzen und exotischen Früchten ging verloren. Industrielle Gärtnereien belieferten die Städter billigst mit Frischgemüse - auch die Brennstoffrationierungen beider Weltkriege leisteten Ihren Beitrag dazu. Erst mit der Energiekrise der 70er Jahre gab es eine Wiederbelebung des Wintergartengedankens. Nun standen aber neben der Ästhetik die wirtschaftlichen Aspekte des Energiesparens, nämlich die Nutzung der passiven Sonnenenergie und die Umweltreinhaltung im Vordergrund - es entstand eine neue Form des Wohnens.

Aber nicht der Energiespargedanke ist der Grund, warum heute Wintergärten so beliebt sind, sondern wir Menschen sind es. Wir sehnen uns danach, ganzjährig inmitten der Natur zu leben, uns der Sonnenwärme, dem Licht und dem Duft der Pflanzen hinzugeben. Wir wollen abschalten, der Hektik unserer Zeit entfliehen, einfach die Seele baumeln lassen - wir wollen unser eigenes, kleines Paradies zu Hause haben.

 

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